Schönberg Höhlensystem: Kacherlschacht – Elefantenhalle – Halle der Freude

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Teilnehmer: Ludwig Pürmayr, Clemens Tenreiter, Gabriel Wimmer, Harry Zeitlhofer

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Im Rahmen der Forschungswoche transportieren wir am Samstag den 26.7.2008 Material zum Kacherlschachteinstieg. Um 16:30 gehen in einer Regenpause Gerhard Moser Ludwig Pürmayr, Clemens Tennreiter, Gabriel Wimmer und Harry Zeitlhofer mit 500m Seil, Bohrmaschine 2 Akkus, Anker, Laschen und Maillons sowie Steigzeug hinauf zum Kacherlschacht. Um 19 Uhr kommen wir zurück zur Ischler Hütte.
Am Sonntag dem 27.7.2008 gehen wir schon um 7 Uhr 30 hinauf zum Kacherlschacht.
Während der Nacht hat es geregnet. Um 9 Uhr 30 seile ich als Letzter den „Demutschacht“ ab. Heute ist es im Vergleich zum Vorjahr im Schacht feuchter. Clemens baut die Seile ein. Im zweiten Schacht, „Rätselschacht“ nach 33 Metern bei Absatz in Loch hinein, „Des Rätsels Lösung“ bis hierher etwas naß. An den Tagen vorher war feuchte Witterung. Nun trocken, eher kleinräumig, aber nicht eng in kurzen Stufen abwärts. Nach 30 Metern besteht eine Verbindung in den Rätselschacht. Kurz danach ist das erste.200 Meterseil aus. Der Schacht ist auswärts stark bewettert. Wir sehen immer wieder die Spits der Franzosen, die 1976 durch den Kacherlschacht das Feuertalsystem erkundeten. Nun fast senkrecht 55 Meter abwärts, „Traumschacht“, der Schacht ist sehr kompakt. Hier ist laut Skizze der Franzosen linksseitig ein 31 Meter tiefer Blindschacht. Am hier abschüssigen Schachtgrund liegen viele lockere Steine. Nun heißt es zwei, mehrere Meter hohe Stufen hinaufzuklettern, insgesamt acht Meter. Hier ist ein großräumiger feuchter, 20 Meter hoher Schlot. Es folgt ein 33 Meter tiefer großräumiger nasser Schacht. Am Schachtboden liegt Schutt und in der Mitte ist ein großer Felsblock, welchen man links und rechts umgehen kann. Hier bleibt mein leerer Schleifsack liegen. Nun Querung zu Anker weit nach außen, die folgende 25 Meter Stufe ist sonst sehr feucht. Wir sehen nun die lange schmale Spalte des letzten, 103 Meter tiefen Schachtes oberhalb der Elefantenhalle. Mittels leichter Querung , bis zum, einen Meter breiten Jausengesimse, links davon ist der mehrere Meter lange spaltförmige Einstieg in den 103 Meter tiefen Schacht. Am Ende des Gesimses ist ein Durchkommen möglich. Senkrecht, 30 Meter im nun großräumigen Schacht abwärts zu Schachtfenster. Der direkte Schacht hinunter in die Elefantenhalle ist heute sehr feucht. Clemens verweigert, Harry ist sehr motiviert und bohrt die weiteren Anker. Nach dem Schachtfenster kurzer Abstieg dann ein zwei Meter hoher Aufstieg zu 70 Meter tiefen trockenen Parallelschacht, „Jeronimischacht“. Nach oben zu ist ein Schlot.
Die unterste Abseilstufe ist 45 Meter tief, nach 20 Metern kommen wir aus der Decke in die 50 Meter im Durchmesser messende Elefantenhalle. Dies ist sehr eindrucksvoll. Es ist 15 Uhr, Gabriel Wimmer filmt während der Tour. Wir klettern nun hinauf zur, im Plan eingezeichneten im SW der Elefantenhalle gelegenen großen Fortsetzung?! Vorsichtig linksseitig durch labile Versturzblöcke zu fünf Meter Abbruch, bis hierher war vermessen. Diese Stelle ist über ein Gesimse frei abkletterbar, eine weitere fünf Meter hohe Stufe ist auch kletterbar. Nach 27 Metern ist bei einem großen Block eine sieben Meter hohe Stufe abwärts, hier verwenden wir unser letztes Seilstück.
Wir befinden uns im vorerst steil abfallenden Elefantengang, einer Raumerweiterung mit vielen Fortsetzungen. Wir müssen uns erst orientieren. Der Boden ist mit Schutt und großem Blockwerk bedeckt. Hier finden wir auf einem Stein einen Topofilrest der Franzosen, dies ist ein dünner Faden welcher für die Vermessung verwendet wurde. Sonst sind keinerlei Befahrungsspuren zu sehen. Hier liegt auch eine mumifizierte Fledermaus. Wir folgen einer nach Süden verlaufenden, bewetterten Fortsetzung. Durch einen niedriger Durchstieg in drei Meter hohen und 35 Meter langen Gang mit Blockwerk und einigen Tropfsteinen. Es folgt ein 0.7 Meter hoher blockiger Durchschlupf, dann schauen wir in eine große Halle mit 100 Meter mal 40 Meter und bis zu 20 Meter Höhe, “Halle der Freude“. Nach SW ist eine weitere Halle mit 60 Meter mal 25 Meter und 9 Meter Höhe, mit zwei kleinen noch offenen Fortsetzungen. Der Hallenboden ist zum Teil mit großen Felsblöcken bedeckt und dazu viel kleiner Schutt. In der Mitte der Halle der Freude ist eine riesige Harnischfläche. Bei zwei weiteren Forschungstouren in dieser Woche vermessen wir hier einige Fortsetzungen und schließen Rundzüge. Um 18 Uhr 35 treten wir hocherfreut über die gemachte Entdeckung den Rückweg an. Die Stufen hinauf zur Elefantenhalle sind etwas mühsam zu begehen. Wir steigen den Kacherlschacht hinauf, die Bohrmaschine deponieren wir oberhalb des 103m Schachtes auf dem Jausengesimse.
Beim Aufstieg übersehe ich, wo meine Kameraden meinen leeren Schleifsack deponierten, in dem die ersten 200m Seil waren. Ich glaubte, er wäre dort, wo dieses zu ende war. Dem war aber nicht so, Harry sagte dieser läge etwa 80m tiefer unten. Also nochmals abseilen und wieder aufsteigen.
Um 22 Uhr 10 verlasse ich als letzter den Kacherlschacht. Bei 46 Meßzügen haben wir 718.36 Meter vermessen. Es ist eine schöne Abendstimmung, wir steigen über das Altarkögerl ab. Um 23 Uhr 30 sind wir auf der Ischler Hütte, wo wir noch etwas zu essen bekommen.

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