Datum: Mittwoch 1.8.2007 (Raucherkar-Forschungswoche)
Teilnehmer: Ludwig Pürmayr, Clemens Tenreiter, Tomas Prokes und Jiri Stepanek aus Tschechien
Wir gehen bei schönem Wetter, hinauf zum Kacherlschacht, Gabriel Wimmer und Roland Konopac helfen uns beim Material tragen. Der Einstieg befindet sich in einer Doline nördlich der Einsenkung zwischen dem Schönberg Westgrat und dem Schönberggipfel in einer Seehöhe von 1933 Metern. 400 Meter Seil wurden schon an den Vortagen zum Einstieg getragen. Zwei Tage vorher hat es noch kräftig geregnet.
Um 9 Uhr 45 steigen wir ein, wir haben 550 Meter Seil in den Schleifsäcken, um die 400 Meter Horizontaldistanz bis in die Elefantenhalle zu befahren. 1976 wurde von französischen Höh-lenforschern durch den Kacherl-schacht das Feuertalsystem erkundet, 1977 wurde bis zum tiefsten Punkt auf minus 913 Meter abgestiegen, es war dies, damals die zweittiefste Höhle Österreichs. Clemens baut die Seile ein, im Einstiegsschacht verwenden wir ein 40 Meter Seil, zuerst eine sechs Meterstufe, danach 18 Meter zum Einstieg des 83 Meter tiefen, senkrechten, sehr kom-pakten Demutschachtes, welcher heute etwas feucht ist. Der geröllbedeckte Schachtboden ist vier Meter mal 14 Meter groß. An der rechten Seite ist ein enger Einstieg in den anfangs kluft-artigen 90 Meter tiefen, fast senkrechten und heute feuchten Rätselschacht. Ab 25 Metern ist der Schacht etwa vier Meter mal sechs Meter groß. Wir übersehen nach 30 Metern ein Loch an der linken Schachtwand (Des Rätsels Lösung). Wir seilen den schönen Schacht ab, 23 Meter über Grund ist das Erste 200 Meterseil zu ende, der neun Meter mal drei Meter große Schachtboden befindet sich auf minus 200 Metern. Wo geht es weiter? Rechts ist ein kurzer Aufstieg, danach in zwei Stufen 36 Meter sehr feucht zu blind endenden Schacht, oberhalb des Schachtabstieges quert Clemens links hinüber zu scheinbarer Fortsetzug, hier leider auch aus. Es bleibt nur mehr ein 0.5 Meter mal ein Meter großes Loch bei Felsblock, wir sehen keine Befahrungsspuren und keine alten Spits von den Franzosen.
Nun durch die wesentlich kleineren Tschechenschächte in Stufen von bis zu 24 Metern abwärts, die Bewetterung ist auswärts gerichtet. In Down in the Park erreichen wir mit minus 309 Metern den tiefsten Punkt der Tour, aber wo geht es in die Elefantenhalle? Diese liegt noch 100 Meter tiefer. 30 Meter oberhalb der tiefsten Stelle quert Clemens nach rechts in kleinen horizontal verlaufenden Gang mit bis zu zehn Meter tiefen Löchern; bis hierher keine Befahrungsspuren zu sehen, die Bewetterung ist einwärts gerichtet. Nach 15 Metern beginnt ein schräger, sehr steil nach unten führender lehmiger Höhlenteil, hier sind Befahrungsspuren zu sehen. Von wo kommen die Befahrungsspuren her? wohin führen sie? Wir sind sehr verunsichert, es ist nicht eindeutig wo es weitergeht. Mit ungewissem Gefühl steigen wir, bis durch die Tschechenschächte auf, die Seile und Laschen nehmen wir mit. Unterhalb der ersten Schachtstufe der Tschechenschächte 14 Meter senkrecht abwärts, dann ist eine schräge Rampe hinunter zum tiefsten Punkt des bei minus 200 Metern abzweigenden 36 Meter tiefen Schachtes. Wo ist die Verbindung zur Elefantenhalle?? Im Rätselschacht und Demutschacht belassen wir die Laschen. Nur das Einstiegsseil bleibt eingebaut.
Um 21 Uhr 45 steige ich als Letzter aus der Höhle, leider haben wir den Durchstieg nicht gefunden. Wir nehmen das gesamte Material mit, bei sehr schöner Abendstimmung steigen wir über den Westgrat zur Ischler Hütte ab, welche wir kurz nach 23 Uhr erreichen. Wir kommen wieder!!
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